• SPD führt CDU mit Bildungsempfehlung für Gymnasien erneut vor

    Im Sächsischen Landtag fand am Dienstag (20.12.2016) eine Ausschuss-Anhörung zur gesetzlichen Neuregelung der Bildungsempfehlung für Grundschüler zum Übergang auf weiterführende Schulen statt. Dazu erklärt Holger Zastrow, Landesvorsitzender der FDP Sachsen und Präsidiumsmitglied der Bundespartei: Der Vorschlag der Koalitionsfraktionen zur Neuregelung der Bildungsempfehlung zeigt eines: Die CDU lässt sich von der SPD wie bereits 2005 vorführen. Durch die letztliche Entscheidung nach dem Elternwillen können alle objektiven Leistungskriterien ausgehebelt werden. Das Beratungsgespräch und der Leistungstest ohne echte Bewertung sind letztlich nur Augenwischerei. Bei der Frage eines möglichen Übergangs auf das Gymnasium oder die Oberschule gilt es zu entscheiden, ob die objektive und leistungsbezogene Befähigung des Kindes oder der Ehrgeiz mancher Eltern entscheiden soll.
    Sachsen ist bisher gut damit gefahren, dass objektive Leistungskriterien im Vordergrund standen. Bereits deren Aufweichung durch die CDU/SPD-Koalition 2005 hat zu einer Schwächung von Oberschulen und Gymnasien geführt. Auch für die schulische Laufbahn eines Kindes ist das Gymnasium nur dann die optimale Wahl, wenn die entsprechende Befähigung auch vorliegt. Das sächsische Abitur genießt mit seinen hohen Standards bundesweit einen hervorragenden Ruf. Ein ‚Abitur light‘ darf es in Sachsen nicht geben.

    Es ist zudem bedauerlich, dass CDU und SPD die bisher obligatorische Bildungsempfehlung in Klasse 6 abschaffen. Damit wird der Druck auf eine frühe Entscheidung für oder gegen das Gymnasium wieder deutlich zunehmen. Das verringert klar die Durchlässigkeit des sächsischen Schulsystems – und insbesondere die Chance auf einen Schulwechsel für ‚Spätstarter‘.“

    Hinweis: Grundschüler in Sachsen erhalten bisher eine leistungsbezogene Bildungsempfehlung für den Übergang auf weiterführende Schulen. Für den Übergang auf das Gymnasium ist ein Notendurchschnitt von mindestens 2,0 in Deutsch, Mathematik und Sachunterricht erforderlich. Die Bildungsempfehlung wird in Klassenstufe 4 und Klassenstufe 6 erteilt. Durch eine Entscheidung des Dresdner Verwaltungsgerichts wird eine gesetzliche Neuregelung erforderlich.

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