• Bombardier-Stellenabbau: Wirtschaftsminister Dulig sollte Winterschlaf beenden

    (Dresden, 25.02.2016) Der Schienenfahrzeug-Hersteller Bombardier hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass das Unternehmen beabsichtigt, an seinen beiden Standorten in Görlitz und Bautzen insgesamt 920 Stellen zu streichen wird. Dazu erklärt Holger Zastrow, Landesvorsitzender der sächsischen FDP und Präsidiumsmitglied der Bundespartei:

    „Nach dem geplanten Rückzug von Vattenfall aus dem Braunkohlegeschäft sind die jetzt bekannt gewordenen Stellenkürzungen bei Bombardier der zweite strukturelle Tiefschlag für die Lausitz in kürzester Zeit. Hinzu kommen die geplanten Stellenkürzungen beim Chiphersteller Globalfoundries, von denen auch die zahlreichen Berufspendler aus der Lausitz betroffen sein werden. Und die Staatsregierung sieht der Entwicklung offenbar tatenlos zu. Wenn jetzt nicht endlich etwas passiert, kommt mit der Oberlausitz eine ganze Region ins Schlingern und verliert Halt und Perspektive.

    Ich frage mich auch ernsthaft wo eigentlich unser sächsischer Wirtschaftsminister, Martin Dulig (SPD), steckt? Falls er noch im Amt ist, sollte er seinen Winterschlaf jetzt beenden und handeln; die hundert Tage Schonfrist seit seiner Amtseinführung sind lange vorbei! Doch statt die Angelegenheit zur Chefsache zu machen und sich umgehend ins Flugzeug nach Kanada zu setzen, wo gegenwärtig gerade das gesamte Bombardier-Management tagt und zur weiteren Unternehmensstrategie verhandelt, lässt er seinen Staatssekretär Brangs müde erklären, dass das „ein schwerer Schlag für die Region sei“ und man ein „belastbares Zukunftskonzept“ erwarte.

    Im Jahr 2010 – zu Oppositionszeiten – hatte Dulig den Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich noch heftig für seine Reise mit einer Wirtschaftsdelegation nach Kanada gescholten. Statt seinen Staatssekretär Stefan Brangs nach Nicaragua zu schicken, sollte er sich jetzt doch lieber selbst einmal auf den Weg machen, und zwar dorthin, wo Sachsen ganz offensichtlich wirtschaftliche Interessen hat.“