• Herbst: Streichung der WTH-Vertiefungskurse an Oberschulen ist unverantwortlicher Schnellschuss des Kultusministeriums

    Das sächsische Kultusministerium will die bisherigen Vertiefungskurse für das Unterrichtsfach „Wirtschaft, Technik, Haushalt“ an den sächsischen Oberschulen ab dem neuen Schuljahr ersatzlos strichen. Dazu erklärt Torsten Herbst, Generalsekretär der FDP Sachsen: „Die aktionistische Streichung der Vertiefungskurse im Fach WTH ist ein unverantwortlicher Schnellschuss des Kultusministeriums. Damit wird ein zentrales Herzstück im Bildungskonzept der Oberschulen – die Berufsorientierung – massiv geschwächt. Bei der Weiterentwicklung der Mittelschule zur Oberschule wurde bewusst die Berufsorientierung aufgewertet, um Schülern ihre Berufswahl zu erleichtern und die hohen Abbruchquoten in der dualen Ausbildung zu reduzieren. Jetzt erfolgt die hektische Rolle rückwärts, ohne dass diese Streichung vorher in Expertengremien wie dem Landesbildungsrat besprochen wurde.

    Grundsätzlich teilen wir das Anliegen, den Stoffinhalt zu reduzieren und neben der Wissensvermittlung vermehrt soziale und gesellschaftspolitische Kompetenzen zu vermitteln. Statt dafür die bisherigen Konzepte für Gemeinschaftskunde und Geschichte zu überprüfen oder eine systematische Überprüfung der gesamten Stundentafel vorzunehmen, streicht das Kultusministerium jedoch ohne echtes Nachdenken an der falschen Stelle. Neben Fachbelegung und Stundenzahl ist es zudem viel wichtiger, die Art und Weise der gesellschaftspolitischen Wertevermittlung im Unterricht neu zu organisieren. Statt einer ‚Zwangsbeglückung‘ der Schüler braucht es eine authentische, interessante und dialogorientierte Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Werten und aktuellen Entwicklungen, beispielsweise durch Unterrichtsprojekte. Doch dafür fehlt dem Kultusministerium offenbar die Kreativität.“