• Hohe medizinische Versorgung durch Krankenhäuser in Sachsen sicherstellen

    Zahlreiche Krankenhäuser in Deutschland machen Verluste, in den letzten Jahren wurden 300 von 2.000 Kliniken geschlossen. In Sachsen sei der Bestand an Krankenhäusern laut Ministerpräsident Michael Kretschmer abgesichert, gleichzeitig fordert er aufgrund des Ärztemangels im ländlichen Raum die Übernahme von ambulanten Versorgungen durch die Krankenhäuser.

    Dazu erklärt die stellvertretende Landesvorsitzende und Gesundheitsexpertin der FDP Sachsen, Anja Jonas:

    „Der Vorschlag von Ministerpräsident Kretschmer, dass Krankenhäuser ambulante Versorgungen übernehmen, ist gut gemeint und man wird sicherlich nicht darum herumkommen, entsprechende Angebote zu schaffen. Aber die Qualität der medizinischen Versorgung darf keine Frage des Wohnorts sein. Mangelnder Fachkräftenachwuchs verlängert (vor allem im ländlichen Raum) nicht nur den normalen Weg zum Hausarzt, sondern auch die Einhaltung der Rettungsfristen in der Notfallrettung. Wir müssen daher dringend die Ausbildungskapazitäten erhöhen und Arztpraxen, die keinen Nachfolger finden, in medizinische Versorgungszentren mit angestellten Ärzten umwandeln. Der Fachkräftemangel im Ärzte- und Pflegebereich lässt sich auch durch ausländische Fachkräfte zumindest teilweise beheben, wenn es denn endlich einmal ein Einwanderungsgesetz auf Bundesebene gibt, das den medizinischen Bereich berücksichtigt.

    Auch bei unseren sächsischen Krankenhäusern müssen wir einen Mittelweg zwischen der zunehmenden Spezialisierung von Krankenhäusern und der relativen Wohnortnähe erreichen. Ein gesunder Trägermix trägt zu Vielfalt, Qualität und Wettbewerb der Angebote bei. Gleichzeitig wird die Kooperation von Krankenhäusern, Arztpraxen und medizinischen Versorgungszentren untereinander immer wichtiger. Das muss eine künftige Krankenhausplanung des Freistaates beachten. Beim Thema Schwerpunktversorgung bedürfen Krankenhäuser einfacher Verfahren und weniger Regulierung. Das Sanaklinikum Borna kämpft seit Jahren vergeblich um die Anerkennung als Schwerpunktversorger, obwohl es von den Leistungsbereichen und den spezifischen Fachabteilungen diesen Status sehr wohl erreicht hat!“