• Holger Zastrow: “Vorschlag für neue Landesnahverkehrsgesellschaft zeigt Scheitern der ÖPNV-Strategie von Verkehrsminister Dulig”

    Der sächsische Verkehrsminister Martin Dulig hat das Scheitern seiner bisherigen Nahverkehrsstrategie eingeräumt und die erneute Bündelung von Schienenpersonennahverkehr und Landesbusnetz in einer Verkehrsgesellschaft des Landes vorgeschlagen. Dazu erklärt Holger Zastrow, Landesvorsitzender der sächsischen Freidemokraten:

    “Das Ziehen der Notbremse durch Martin Dulig ist ein Eingeständnis des Scheiterns der bisherigen ÖPNV-Strategie der Koalition und der bisherigen Arbeit des Verkehrsministers. Sowohl die Arbeit der ÖPNV-Strategiekommission als auch die Gespräche mit den Verkehrsverbünden haben sich als zeitaufwändiger Irrweg erwiesen. Es ist allerdings fraglich, wie jetzt in kurzer Zeit alle Fragen der komplexen Aufgabenübertragung für die Verkehrsorganisation von der kommunalen Ebene auf die Landesebene gelöst werden sollen.

    In der Sache unterstützen wir den Ansatz, die kleinteiligste Nahverkehrsstruktur in ganz Deutschland zu überwinden und mindestens für den Schienenpersonennahverkehr ein Angebot für ganz Sachsen aus einer Hand zu schaffen. Wenn selbst die Landräte von Bautzen und Görlitz über Jahre nicht in der Lage sind, das zersplitterte Tarifsystem innerhalb eines Landkreises im Interesse der Fahrgäste zu vereinheitlichen, zeigt dies die Problematik in der Zusammenarbeit verschiedener Verkehrszweckverbände.

    Für einen attraktiven ÖPNV in Sachsen brauchen wir eine kundenfreundliche Tarifstruktur, attraktive Taktzeiten, eine einfache digitale Ticketbuchung und gute Abstimmungen zwischen den Fahrplänen von Eisenbahn, Bus und Straßenbahn. Wenn eine Landesverkehrsgesellschaft dafür eine bessere Lösung als bisher findet, ist sie einer zersplitterten ÖPNV-Organisation auf kommunaler Ebene vorzuziehen.”