• Jonas: Ausbildung für Kinderkrankenpfleger erhalten – „Einheitskrankenpfleger“ ist keine Verbesserung für Sachsen

    Das Bundesgesundheitsministerium hat zusammen mit dem Bundesfamilienministerium einen Gesetzentwurf zur Reform der Pflegeausbildung vorgelegt. Danach sollen die bisher eigenständigen Ausbildungen für die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege durch eine einheitliche Ausbildung ersetzt werden. Dazu erklärt die stellvertretende Landesvorsitzende und Gesundheitsexpertin der FDP Sachsen, Anja Jonas:

    „Der Pflegegesetzentwurf ist vielleicht gut gemeint, geht jedoch an den spezifischen Praxisanforderungen vorbei. Der geplante ‚Einheitskrankenpfleger‘ führt weder zu einer Aufwertung des Berufsbildes, noch zu einer Erhöhung der Versorgungsqualität.

    Wer in seiner Ausbildung in erster Linie gelernt hat, alte Menschen zu betreuen, kann damit nicht automatisch auch Frühgeborene, Kleinkinder oder auch Jugendliche kompetent pflegen. Zwischen der Arbeit in einem Hospiz und einer Frühchenstation in einer Geburtsklinik existieren erhebliche Unterschiede. Die Aufgabe der Spezialisierung in der Ausbildung ist daher ein großer Fehler und wird sich auch negativ auf die Pflegequalität in Sachsen auswirken.

    Viel sinnvoller wäre eine gemeinsame Grundausbildung der Pflegerinnen und Pfleger, die erst später in eine fachliche Spezialisierung mündet. Grundausbildung und Spezialisierung müssen dabei innerhalb der dreijährigen Ausbildungszeit möglich sein. Die sächsische Staatsregierung sollte sich im Rahmen ihrer Mitwirkungsmöglichkeiten für eine entsprechende Änderung des Gesetzentwurfs einsetzen!

    Positiv im Gesetzentwurf ist die Angleichung der Ausbildungsvergütung zwischen den bisherigen Ausbildungsberufen. Die Altenpflege ist nicht weniger wert als andere Pflegebereiche.“