• Neuregelung der Bildungsempfehlung erhöht Druck auf Schüler und schadet Durchlässigkeit

    CDU und SPD haben für die nach einem Gerichtsurteil notwendige Neuregelung der Bildungsempfehlung in Sachsen einen Gesetzentwurf vorgelegt. Die bisherige Bildungsempfehlung in Klasse 4 und Klasse 6 zeigt Schülern auf der Basis ihrer Leistungen und Reife die Eignung für Oberschule und Gymnasium auf. Dazu erklärt Holger Zastrow, Landesvorsitzender der FDP Sachsen und Präsidiumsmitglied der Bundespartei: „Erneut hat sich die CDU von der SPD wie schon in der letzten Koalition bei der Bildungsempfehlung über den Tisch ziehen lassen. Der objektive Notendurchschnitt in drei Fächern in der Grundschule wird aufgeweicht und die zweite Bildungsempfehlung in Klasse 6 komplett abgeschafft. Damit steigt der Druck auf Schüler, Eltern und Lehrer, sich final bereits in Klasse 4 für das Gymnasium zu entscheiden. Unter diesem Erwartungsdruck leiden vor allem die Schüler. Zudem verringert sich die Durchlässigkeit des sächsischen Schulsystems für ‚Spätstarter‘.

    Leider wird auch die Bildungspolitik in Sachsen immer ideologischer. Statt mit attraktiven Oberschulen und Gymnasien auf zwei gleichberechtigte Säulen des Schulsystems für unterschiedliche Begabungen zu setzen, orientieren sich CDU und SPD am ‚Akademisierungswahn‘ und immer weiter steigenden Abiturientenzahlen. Diese Politik entwertet das anspruchsvolle sächsische Abitur, gefährdet das schulische Leistungsniveau und schwächt insbesondere die Oberschulen. Die unter der früheren CDU/FDP-Koalition begonnene Verbesserung der Durchlässigkeit des sächsischen Schulsystems wird jetzt zur Einbahnstraße – vom Gymnasium in Richtung Oberschule.

    Mit der Einführung einer obligatorischen zweiten Bildungsempfehlung in Klasse 6, der Einführung der zweiten Fremdsprache und Leistungskursen an Oberschulen hatte die FDP in der früheren CDU/FDP-Regierung durchgesetzt, dass ein Wechsel von ‚Spätstartern‘ auf das Gymnasium nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis möglich ist.“