• Sachsens Hochschulen mussten Pandemie allein bewältigen

    Zur heutigen Befragung der Staatsregierung „Sachsens Hochschulen in der Pandemie – leistungsstark, innovativ und sicher“ erklärt Thomas Kunz, Mitglied im Landesvorstand der sächsischen FDP und Vorsitzender des Landesfachausschuss Wissenschaft, Hochschule und Innovation:

    „Die sächsische Staatsregierung hat den Anfang der Krise verschlafen und wirkte auch seither eher schlaftrunken. Die Bewältigung des Lockdowns ist in erster Linie ein Verdienst der Hochschulen selbst, nicht des zuständigen Ministeriums. Es war fatal, die Einrichtungen mit den Problemen zu lang allein zu lassen und ihnen nicht von Anfang an klare Richtlinien an die Hand zu geben. Kostbare Zeit ist durch die unklaren Zustände verschwendet worden und am Ende haben die Hochschulen eigene Ressourcen binden müssen, um ihre Arbeit digital absichern zu können.

    Die sächsischen Bildungs- und Forschungseinrichtungen haben Millionen für die Etablierung digitaler Bildungs- und Arbeitskonzepte eingesetzt und aus eigener Kraft an vielen Stellen der Krise getrotzt. Durch die Staatsregierung ist der Aufwand der Hochschulen für diese Hau-Ruck-Digitalisierung nur zu einem sehr geringen Teil kompensiert worden. Hier muss das SMWK schnell nachbessern und dafür sorgen, dass die Hochschulen ihre Digitalisierungsansätze verstetigen können. Dazu gehört beispielsweise auch E-Learning als sächsische Marke zu unterstützen und die Hochschulen beim Angebot dieser Bildungs- und Weiterbildungswege umfänglich und vor allem auch personell zu unterstützen.“

    Frank Müller-Rosentritt, FDP-Landesvorsitzender und Bundestagsabgeordneter, sieht ebenfalls erheblichen Nachholbedarf: „Das Wissenschaftsministerium muss die Weichen für ein massives Innovationsprogramm stellen. Viele Unternehmen werden in den nächsten Monaten ihr Geschäftsmodell überdenken und an die Krisensituation anpassen. Dabei werden sie erheblichen Bedarf an Forschungsleistungen haben, den sie natürlich vorrangig von unseren exzellenten, sächsischen Forschungseinrichtungen erfüllt bekommen sollten. Wir fordern eine enge Vernetzung mit der sächsischen Wirtschaft, um diesen Bedarf frühzeitig aufzufangen und die richtigen Forschungspartner zu vermitteln.“