• Vereinssterben stoppen, Sport fördern

    Die FDP Sachsen stellt anlässlich der befürchteten Auswirkungen der Pandemie auf den organisierten Sport in Sachsen sieben Forderungen an die Staatsregierung.

    Der stellvertretende Landesvorsitzende Philipp Hartewig erklärt hierzu: „Laut Landessportbund haben die sächsischen Vereine im Jahr 2020 rund 20.000 Mitglieder verloren. Sinkende Mitgliederzahlen, keine Öffnungsperspektiven und die Unsicherheit, ab wann ein geordneter Wettbewerbsbetrieb wieder möglich ist – der organisierte Breitensport steht an einem Scheideweg. Dazu fehlt fast eine ganze Generation Neueintritte in den Jugendbereichen; viele Vereine haben Probleme, ihre Mannschaften für den Punktspielbetrieb wieder aufzufüllen und auch der Personalmangel für Vorstandsämter hat sich verstetigt. Die Landespolitik muss daher der Unterstützung des Breitensports mehr Aufmerksamkeit einräumen. Der Breitensport ist die größte Bewegung des Landes und Rückgrat gesellschaftlichen Zusammenhalts.“

    Die FDP Sachsen stellt daher zur Unterstützung des Breitensports folgende Forderungen auf:

    1. Eine klare Öffnungsperspektive für den Breitensport, insbesondere für Sportstätten, welche die bereits erstellten individuellen Hygienekonzepte der einzelnen Sportarten seit Monaten vorhalten.
    2. Die bestehenden Corona-Hilfsprogramme für den Sport sind aufrecht zu halten.
    3. Die Landesregierung muss ein umfassendes Monitoring der langfristigen Konsequenzen von mangelnder Bewegung, dem Wegfall des Sportunterrichts sowie des weggefallenen Breitensportbetriebs vornehmen. Ein besonderer Fokus muss auf zusätzliche Belastungen des Gesundheitssystems gelegt werden.
    4. Die sächsischen Sportvereine müssen gestärkt werden, indem insbesondere wieder mehr Kinder und Jugendliche nach der Pandemie in die Vereine kommen. Anlaufstellen müssen dabei u.a. Schulen sowie von Vereinen angebotene Ganztagsangebote sein. Auch positive Anreize für Vereinseintritte sind dabei zu prüfen.
    5. Staatsminister Wöller muss in seinen Äußerungen und seinem Handeln seiner Rolle als Sportminister gerecht werden. So braucht es eine allgemeine Aktivierungskampagne nach der Pandemie, um Sport und Bewegung gerade für Kinder und Jugendliche attraktiv zu gestalten und auf die gesundheitliche Relevanz hinzuweisen.
    6. Um das Ehrenamt zu entlasten und Verwaltungsvorgänge im Sportstättenbau zu vereinfachen, muss generell ein rein digitales Antragsverfahren im Sportstättenbau, ähnlich wie es in anderen Bundesländern bereits angewendet, möglich sein.
    7. Das Gesundheitswesen muss Kinder- und Jugendsport aktiv fördern, um Langzeitschäden zu vermeiden und die Gesundheit der jungen Menschen zu fördern.

    Hintergrund: Philipp Hartewig ist Vizepräsident im Kreissportbund Mittelsachsen sowie der Kreissportjugend Mittelsachsen.