• Verzicht auf schriftliche Bildungsempfehlung für Schüler ist der falsche Weg – Transparenz und Objektivität werden verringert

    Zum Vorschlag des sächsischen Kultusministers Frank Haubitz, auf die schriftliche Bildungsempfehlung in der 4. Klasse zu verzichten, erklärt Holger Zastrow, Landesvorsitzender der FDP Sachsen:

    „Wir begrüßen die Bestrebung des Kultusministers, Lehrer von Verwaltungstätigkeiten zu entlasten. Der Verzicht auf eine schriftliche Einschätzung bei der Bildungsempfehlung ist jedoch der falsche Weg. Die Transparenz zu den Fähigkeiten eines Schülers und seines realistischen Leistungsvermögens wird für ihn und seine Eltern verringert.

    Leider unterstreicht die Initiative zum Verzicht auf die schriftliche Bildungsempfehlung den bedenklichen Weg der sächsischen CDU/SPD-Regierungskoalition, Transparenz und Durchlässigkeit zwischen den Schulformen zu verringern und Leistungspotenziale der Schüler zu nivellieren. Gerade ‘Spätstarter’ werden darunter leiden.

    Es war das Anliegen der früheren CDU/FDP-Koalition durch zwei Bildungsempfehlungen in Klassenstufe 4 und 6 die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen zu fördern. Die bereits erfolgte Abschaffung der Empfehlung in Klasse 6 und die jetzige Initiative erreichen genau das Gegenteil.

    Auch wenn es sich bei der Bildungsempfehlung um eine unverbindliche Erklärung handelt, hat sie doch eine erhebliche Bedeutung für den Werdegang eines Schülers. Die schriftliche Einschätzung zeigt schwarz auf weiß, wo die eigenen Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenziale liegen.

    Um Lehrkräfte tatsächlich zu entlasten, sollten Schulen vielmehr ein eigenes Budget erhalten, um Assistenzkräfte für Verwaltungsaufgaben einstellen zu können. Auch kann eine Bildungsempfehlung durch eine unterstützende Software schneller erstellt werden.”

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