• Zastrow: CDU und SPD haben freie Schulen vergessen

    Freie Schulen müssen ins Lehrerpaket integriert werden und bei Lehrergehältern und Ausstattung konkurrenzfähig sein

    Durch das am 9. März verkündete Maßnahmenpaket gegen den Lehrermangel werden 1,7 Milliarden Euro in die Verbesserung der Lehrerversorgung an staatlichen Schulen und insbesondere in eine höhere Vergütung der Lehrkräfte und deren Verbeamtung investiert. Zur Situation und zu den Auswirkungen des Lehrerpakets auf die Privatschulen äußerte sich die Regierung nicht. Auch in der Landtagsdebatte spielte dieser Aspekt keine Rolle. Dabei besucht mehr als jeder zehnte Schüler in Sachsen eine freie Schule. Vielerorts stellen Schulen in privatrechtlicher Trägerschaft sogar das einzige wohnortnahe Bildungsangebot dar. Die Freien Demokraten melden sich deshalb mit einem Plädoyer für die freien Schulen zu Wort.

    Holger Zastrow, Landesvorsitzender der sächsischen FDP: “In der Debatte um Lehrergewinnung und Verbeamtung haben CDU und SPD die freien Schulen vergessen. Wie so oft sind Regierung und Landtag durch einen einseitigen Blick auf den öffentlichen Bereich gekennzeichnet und übersehen dabei, dass die sächsischen Privatschulen maßgeblich die Qualität und die Vielfalt unseres Schulsystems garantieren und dort die Bildungslandschaft sichern, wo sich der Staat durch seine Schulschließungspolitik aus der Verantwortung gestohlen hat. Ohne freie Schulen würde in Sachsen schon lange gar nichts mehr gehen. Die CDU/SPD-Koalition darf die freien Schulen nicht zum Verlierer des Lehrerpakets werden lassen. Sie müssen ebenso konkurrenzfähig bei der Lehrergewinnung sein wie staatliche Schulen. Es wäre fatal, wenn die Maßnahmen des Staates zu einer Verschlechterung der Situation an freien Schulen führten. Deshalb muss unverzüglich darüber gesprochen werden, mit welchen Auswirkungen Verbeamtung und Höhergruppierungen hinsichtlich Lehrergewinnung und Lehrerbindung für die privaten Schulen haben und wie man darauf so reagiert, dass die freien Träger ihren Bildungsauftrag weiter erfüllen können. Gemessen an den Schülerzahlen müssten freien Schulen beispielsweise mindestens 170 Millionen Euro zusätzlich bekommen. Zudem muss es sofort mehr Gelder geben und nicht wie bisher üblich erst mit mindestens einem Jahr Verzögerung.”