• Neue Anreize für flexible Lehrerarbeitszeiten schaffen – Lebensarbeitszeitkonten vorgeschlagen

    Kurz vor dem Start des neuen Schuljahres fehlen nach Angaben des sächsischen Kultusministeriums immer noch Lehrer, um alle freien Stellen zu besetzen. Dazu erklärt Holger Zastrow, Landesvorsitzender der sächsischen FDP und Präsidiumsmitglied der Bundespartei: „Wir erleben heute die Auswirkungen der Fehlentscheidungen zur sächsischen Lehrerausbildung vor einem Jahrzehnt. Die falschen Prognosen von damals sind die fehlenden Lehrer von heute. Wir fordern daher die Staatsregierung auf, interessierten Lehrern finanzielle und zeitliche Anreize zu bieten, wenn sie sich für eine Übergangszeit zur Übernahme von Mehrarbeit bereit erklären. Dies könnte sowohl mit zusätzlichem Geld vergütet werden oder auch auf einem Lebensarbeitszeitkonto angesammelt werden, welches zu späterer Stundenreduzierung oder zu temporären Auszeiten berechtigt.

    Die berufliche Belastung eines Lehrers ist höchst unterschiedlich und hängt unter anderem von individueller Lebenssituation, Schulumfeld und Alter ab. Warum sollte es nicht möglich sein,  interessierten Lehrern auf freiwilliger Basis ein Angebot zur befristeten Übernahme zusätzlicher Stunden zu unterbreiten? Drohender Stundenausfall und Unterversorgung können nicht einfach hingenommen werden. Hier muss der Freistaat bereit sein, auch unkonventionelle Wege zu gehen.

    Leider rächen sich jetzt die fehlenden Langfristbedarfsprognosen und die lange unterlassene Kapazitätserhöhung in der sächsischen Lehrerausbildung. Viel zu lange wurden Hochschulkapazitäten zurückgefahren und die Steuerung nach besonders gefragten Fachkombinationen und Schularten sträflich vernachlässigt. Erst unter der CDU/FDP-Regierung erfolgten ein massives Umsteuern und eine Korrektur der Fehler vorheriger Staatsregierungen. Um den heutigen Lehrerbedarf umfassend zu decken, war es dann allerdings schon zu spät, da von Studienbeginn bis zum Einsatz eines Lehrers immerhin bis zu sieben Jahre vergehen.“